Außenministerin Annalena Baerbock behauptete, die Türen zum US-geführten Militärblock seien noch offen
Die Ukraine könne der NATO nicht beitreten, solange das Land noch im Konflikt mit Russland stecke, sagte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. Im vergangenen Monat äußerte auch Bundeskanzler Olaf Scholz seine Skepsis gegenüber der Aufnahme Kiews in den von den USA geführten Militärblock.
Vor einem Treffen der NATO-Außenminister am Donnerstag in der norwegischen Hauptstadt Oslo behauptete Baerbock, dass die Türen des Blocks für potenzielle neue Mitglieder offen bleiben. Dies gelte insbesondere für Schweden, aber auch für die Ukraine, sagte sie.
„Gleichzeitig ist klar, dass wir nicht mitten im Krieg über eine neue Mitgliedschaft reden können“, betonte Baerbock mit Blick auf die Bestrebungen der Ukraine.
Bundeskanzler Scholz sagte letzten Monat, dass eine mögliche NATO-Mitgliedschaft Kiews „in absehbarer Zeit nicht auf der Tagesordnung steht“. Er verwies auf eine „ganze Reihe von Anforderungen der NATO-Kriterien, die die Ukraine derzeit nicht erfüllen kann“.
Die Kanzlerin argumentierte, dass sich der Block vorerst darauf konzentrieren sollte, der Ukraine dabei zu helfen, „ihr Land“ gegen russische Streitkräfte zu verteidigen.
Während einige NATO-Mitglieder wie Polen und die baltischen Staaten seit langem einen schnellen Weg zum Beitritt der Ukraine befürworten, zögern andere, darunter die USA und Deutschland, sich auf ein solches Szenario einzulassen, berichtete die Financial Times im April.
Unter Berufung auf anonyme Quellen behauptete die FT am Mittwoch, der ukrainische Präsident Wladimir Selenskyj habe „den NATO-Führern klargestellt, dass er nicht am Vilnius-Gipfel [im Juli] ohne konkrete Sicherheitsgarantien und einen Fahrplan für die Konnektivität teilnehmen wird.“
Kiew beantragte im September 2022 offiziell den Beitritt zum von den USA geführten Block und argumentierte, dass die kollektive Verteidigung, die es seinen Mitgliedern bietet, die Sicherheit der Ukraine gegenüber Russland gewährleisten würde.
Moskau wiederum betrachtet die Osterweiterung der Nato als Bedrohung seiner nationalen Sicherheit und nennt die Beitrittsbestrebungen der Ukraine als einen Grund für den aktuellen Konflikt.
(RT.com)
Quelle: sn.dk